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Wir über uns

Sämtliches Unterrichtsgeschehen dient der Menschenbildung, der Persönlichkeitsreifung. Aller Unterricht muss Lebenskunde sein.
Man bereitet sich vor auf die Arbeitswelt, auf eine kulturelle Welt,
auf eine Welt in Gemeinschaft in Frieden und Freiheit.



Konzept der Freien Martinsschule - "Der Mensch ist das Maß aller Dinge"


Die Freie Martinsschule ist eine Förderschule. Der Unterricht basiert auf den Grundlagen der Waldorfpädagogik. Es werden Schüler/Innen mit unterschiedlichen Behinderungen innerhalb eines Klassenverbandes unterrichtet. Die Freie Martinsschule ist eine genehmigte Ersatzschule in den Bereichen:

  • Förderschule, Schwerpunkt Geistige Entwicklung
  • Förderschule, Schwerpunkt Lernen
  • und einem Schulzweig, Schwerpunkt Soziale und Emotionale Entwicklung


In Anlehnung an die Rahmenrichtlinien sind die Unterrichtsgebiete und Unterrichtsinhalte im grundlegenden Waldorflehrplan eingerichtet. Die Schüler/Innen werden in ihrer gesamten Persönlichkeit angesprochen. Das künstlerische und handwerkliche Tun ist ebenso dominant, wie das kognitive Arbeiten.


Darüber hinaus sind individuelle Übprogramme eingerichtet. In der Oberstufe finden bei Bedarf auch klassenübergreifende, leistungsbezogene Unterrichte statt. Therapeutische Einheiten, wie z. B. Heileurythmie, Sprachtherapie, Chirophonetik, Rhythmische Massage, sind in den Schulalltag eingebunden. Die Schüler/Innen werden altersgemäß beschult. Sie durchlaufen zwölf Jahrgangsklassen. Versetzungen finden nach jedem Schuljahr auf jeden Fall statt. Im Prinzip führt der sog. "Klassenlehrer" seine Klasse hauptverantwortlich an die Oberstufe heran. Dann findet ein Wechsel zu einer anderen Klassenbetreuung statt ( im Idealfall nach einer achten Klasse ) Diese Prinzip erfährt aber in der Praxis viele Ausnahmen.



Grundlagen, Aufgaben, Ziele


Im Selbstverständnis unserer Pädagogik/Heilpädagogik liegt der Gedanke der Entwicklungsbegleitung. Die Erziehung, hin zu selbstständigen Menschen ist unser Anliegen.
Wir legen großen Wert auf die Einbeziehung der natürlichen Entwicklungsschritte des Menschen und beachten die daraus entstehenden, notwendigen Erfordernisse für die Ausprägung der Individualität.

In unseren Zielen lassen wir uns leiten von den Grundsätzen der anthroposophischen Menschenkunde, gegeben durch den Wissenschaftler und Philosophen Rudolf Steiner.

Lehrer und Schüler beim Basteln

Dieses erweiterte, tiefgreifendere Menschenbild umfasst alle stofflich- leiblichen, seelischen und geistigen Zusammenhänge des Seins.

Die einzelnen Entwicklungsperioden des Menschen verlangen Unterstützung in der Ausgestaltung des Leibes, der Seele, des Geistes. Entsprechend der jeweiligen Dominanzen von Leib, Seele, Geist, ist der Unterricht aufgebaut und gegliedert. Gleichermaßen wird im Menschen angesprochen das Wollen, Fühlen und Denken.


Um den natürlichen "Menschwerdekräften" nicht entgegen zu wirken (Zahnwechselalter, der "Selbstfindeprozess" um das neunte Lebensjahr, die Pubertät, das Manifestieren der Individualität gegen das 20. Lebensjahr ) ist eine altersgemäße Erziehung/Beschulung im Klassenverband notwendig (Ausnahmen sind aber möglich).


In den Klassen werden Schüler/Innen mit unterschiedlichen Behinderungsarten gemeinsam unterrichtet. Eine soziale Ausgewogenheit der Gemeinschaft wird bereits bei der Zusammenstellung einer neuen Klasse berücksichtigt. "Mehrfachbegabungen" und "Mehrfachbehinderungen" werden "integrativ" gemischt. Das Miteinander stärkt das Empfinden, akzeptiert und einbezogen zu sein.


Im zugrunde liegenden christlichen Selbstverständnis liegt es, dass Schüler/Innen wie Mitarbeiter unterschiedlicher Religionszugehörigkeit und unterschiedlicher nationaler Zugehörigkeit an der Freien Martinsschule aufgenommen werden.


Jeder Schüler/Inn der Freien Martinschule durchläuft eine zwölfjährige Schulzeit in zwölf Jahrgangsklassen. Die Versetzungen in die nächste Klassenstufe findet auf jeden Fall statt (s. altersgemäße Erziehung).



Unser Haus


Abweichend vom puren „Funktionsbau“ findet man in unserem Gebäude vieles künstlerisch gestaltet. Von der Architektur und Plastik hin zur Farbe, Licht, Dunkelheit, Form und Bewegung unterstützen uns diese Merkmale im Umgang miteinander. Der Hausschmuck spielt ebenso eine Rolle wie das liebevoll gepflegte Gelände um das Haus herum. Über dies hinaus wollen wir einen würdigen Rahmen für die vielen kulturellen Veranstaltungen in unserem Hause bieten.



Der Unterricht


Jeder Schultag beginnt mit dem Morgenkreis. Hier wird der Alltag zum Schultag verwandelt. Auch erlebt die Gemeinschaft sich ein mal am Tag als Ganzes. Das soziale Einvernehmen wird gestärkt. Die brennende Kerze inmitten des großen Kreises schafft Ruhe. Der neue Tag kann beginnen. Anschließend ziehen alle in ihre jeweiligen Klassenräume. Der nächste Unterrichtsabschnitt beginnt. Es ist der „Bewegteil“, innerlich wie äußerlich. Rhythmische Übungen, sprachliches Gestalten, musikalisches Arbeiten u.v.a. macht uns seelisch gelenkig. Man wacht auf in seinen Sinnesfunktionen. Aufgeschlossen steht man dem dann folgenden Lernabschnitt gegenüber.


In vier bis sechswöchigen Epochen findet Deutsch, Mathematik, Biologie, Geschichte, Chemie, Erdkunde, Geologie, Himmelskunde u.a. statt. Durch das Durchtragen der Themen über Wochen hin verbindet sich der Schüler/Inn tiefgehend und nachhaltig mit den Inhalten. Der Abschluss endet meist mit Erzählungen, den jeweiligen Klassenstufen entsprechend angepasst. Diese hygienische Gliederung des Unterrichtes spricht zu gleichen Teilen das Denken, Fühlen und Wollen an. Jeder in seiner Art wird einbezogen und angesprochen. Nach den Pausen beginnen die Fachunterrichte.



Die Pausen


Je nach Belieben oder Anliegen wird zur Frühpause die eine Klasse von der Küche versorgt, andere Klassengemeinschaften bringen ihr Frühstück mit. Es wird ein Tischspruch gesprochen, ein geordneter Rahmen eingehalten.


Da die Unterrichte sich für die meisten Schüler/Innen über den Großteil des Tages erstrecken, wird ein Mittagessen gereicht.


Vegetarier und Allergiker werden berücksichtigt, wir legen Wert auf Essen für dessen Zubereitung nur Produkte aus biologischem Anbau verwendet werden. In den Hofpausen kann getollt und gespielt werden. Zur Mittagspause stehen für Einzelne Ruhemöglichkeiten zur Verfügung.


Bis zur vierten Klasse liegen auch die meisten Fachunterrichte hauptsächlich noch in der Hand des Klassenlehrers. Nur der Religionsunterricht wird vom Religionslehrer erteilt (gelegentlich auch andere Fachunterrichte). (Ein bedeutender Moment, den Religionsunterricht ergänzend, ist die wöchentliche "Handlung". Dieser kleine Gottesdienst ist die Erhebung aus den Religionsunterrichten. Er wird von Laien abgehalten, jeder ist willkommen.)


Erst ab Beginn der Mittelstufe wird das vielfältige, umfassendere Unterrichtsangebot von dazukommender Fachlehrerschaft mit bestritten. Ansteigend ab fünfter Klasse beginnen die Nachmittagsunterrichte.

  • Gartenbau, Handarbeit (für Mädchen und Jungen)
  • Schnitzen, Plastizieren, Hauswirtschaft u.v.a. füllen diese Zeit.


Der gedanklich arbeitende Mensch ist wacher vormittags. Die biologischen Rhythmen des Menschen berücksichtigend liegt das kognitive Arbeiten hauptsächlich in der ersten Hälfte des Schultages.

Nachmittags steht eher handwerkliches und künstlerisches Tun auf dem Stundenplan. Willentliche, handwerkliche Arbeit und künstlerisches, leistungsfreies Schaffen lässt sich eher in den Nachmittag legen. Der Intellekt lebt morgens mehr, ist zu dieser Zeit strapazierfähiger, das Gemüt und der Wille sind den gesamten Tag ansprechbar.


Im Gegensatz zum Unterricht in der Unterstufe, in dem die Welt noch sehr spielerisch und phantasievoll entdeckt wird, wo das Staunen noch eine Rolle spielt, wo noch ein gewisser Zauber über der zu entdeckenden Welt liegt, dominiert das naturwissenschaftliche Denken den Mittelstufenunterricht. Man kommt von Phänomen zu Fakten. Man lernt zu analysieren und wieder zusammen zu setzen. Logik und Rationalität werden entwickelt.


Erst in der Oberstufe betont und fordert man Urteilsbildung, erarbeitet sich ein eigenes Meinungsbild. Kritik und Abwägung, Objektivität und eigenes Gestalten werden auf allen Gebieten angesprochen. Handwerklich wie künstlerisch arbeitet man auf ein Ziel zu. Das Gelernte findet seinen Niederschlag im wirklichen Leben, - sei es z.B. durch die durchlebte Rolle in einem Klassenspiel, sei es z.B. die Fertigung eines Werkstückes ( Jahresarbeit) im Verlauf der zwölften Klasse.


Klassenübergreifend werden in der Oberstufe, bei Bedarf, Leistungskurse in Übgruppen angeboten. Dabei wird auch auf Schulabschlüsse vorbereitet.


Besonders der Nachmittagsunterricht in der Oberstufe (Hauswirtschaft, Gartenbau, Werkunterricht mit Holz, Metall, Ton, Handarbeit, Projekte unterschiedlichster Art, usw.) welcher in ca. sechswöchigen Epochen erteilt wird, fordert, formt und strafft nochmals die individuellen Fähigkeiten eines jeden. Handwerkliches Geschick dient der Berufsvorbereitung, künstlerisches Geschick dient der Selbsterziehung.


Durch die Teilnahme an Klassenfahrten hat man erfahren und gelernt, ohne den vertrauten Rahmen des Elternhauses auszukommen. Mehrwöchige Praktika, im Verlaufe der Oberstufenzeit, untermauern die Planung für den Lebensabschnitt nach der Schulzeit und helfen beim "Abnabelungsprozess".



Der Förderunterricht


In einer Fördergruppe bieten wir z. Zt. für Schüler aus der Unterstufe zusätzlichen Unterricht an. Klassenübergreifend wird an Sozialkompetenz und Ich-Erfahrung gearbeitet und Sinnesschulung für Leib und Seele angeboten.



Die Therapie


In den Schulalltag eingebettet sind unterschiedliche Therapien. In Absprache mit dem Schularzt und dem Einverständnis der jeweiligen Eltern wird entschieden, welche unterstützende Maßnahme der oder die Schüler/Inn erhält. Folgende Therapieformen stehen uns z. Zt. zur Verfügung:


a. Die Heileurythmie
Die Heileurythmie setzt Sprachliches und Musikalisches in Bewegung um. Sie wirkt konstituierend im Leiblichen und Seelischen und stärkt die Individualität.


b. Rhythmische Massage
Diese stimuliert Wärmeprozesse, Blutzirkulation, Atmung und Stoffwechsel- Prozesse.


c. Die Chirophonetik
Ähnlich der rhythmischen Massage, regt sie, darüber hinaus, den Sprachprozess an.


d. Therapeutische Sprachgestaltung
Sprachauffällige Verhaltensweisen, Disfunktionen u. dgl. werden therapiert.


e. Musiktherapie
Sie trägt zur Harmonisierung des gesamten Menschen bei.


f. Maltherapie
Sie trägt zur Harmonisierung des gesamten Menschen bei.



Feste, Feiern und andere kulturelle Veranstaltungen


Das gesamte Unterrichtsgeschehen innerhalb eines Schuljahres erfährt Ergänzung und Abwechslung durch die vielen Feste, Feiern und kulturellen Veranstaltungen, welche wir in unserem Hause erleben dürfen.


Christliche und jahreszeitlich bedingte Feste wie "Michaeli", ""Erntedank", die Weihnachtsspiele, die Oster- und Pfingstfeiern, beleben ebenso , wie der Martinsmarkt im November, das "Totengedenken", der "Adventsgarten", Fasching und Sommerfest unseren Alltag.


Dazu kommen die Darbietungen der Schüler/Innen bei den Schulfeiern und die vielen künstlerischen Auftritte unserer Gäste aus Fern und Nah. Wie tiefe, harmonisierende Atemzüge erfrischen uns diese glanzvollen Höhepunkte im Jahreslauf.



Von Selbstverwaltung und Fortbildung


Jeden Donnerstag, zwischen 16.00 Uhr und 21.30 Uhr findet eine Pädagogische Konferenz und eine Schulführungskonferenz statt.


Alle pädagogisch tätigen Mitarbeiter der Freien Martinsschule nehmen an der Pädagogischen Konferenz teil. Im Mittelpunkt steht die sog. Kinderbesprechung. Lehrer, Therapeuten, Pädagogische Mitarbeiter und Schularzt beraten sich über einen Schüler/Inn, welcher mehr Aufmerksamkeit, Zuwendung oder Förderung braucht.


Darüber hinaus wird über alle anderen pädagogischen Belange gesprochen, beraten und entschieden. Eine künstlerische Arbeit und eine fortwährende Studienarbeit über menschenkundliche Themen füllen diese Konferenz.


Über den pädagogischen Auftrag hinaus sieht das Konzept der Freien Martinsschule vor, dass das Kollegium in Selbstverwaltung auch die wirtschaftlichen und rechtlichen Zusammenhänge regelt. In der Schulführungskonferenz werden die notwendigen und erforderlichen Themen besprochen und entschieden. Unterstützt wird es dabei von den fachkundigen Mitarbeiterinnen in unserem Schulbüro. So hat ein jeder Anteil am Gesamtwesen und Gesamtzusammenhang des Schulorganismus und trägt Verantwortung.



Elternschaft und Schule


In der Zusammenarbeit mit der Elternschaft der uns anvertrauten Schüler/Innen finden häufig Klassenelternabende bzw. Allgemeine Elternabende statt. Durch gelegentliche Hausbesuche des Klassenlehrers bei Eltern wird intensiv auf das einzelnen Kind geschaut.


Zu Beginn eines jeden Kalenderjahres findet ein Elternseminar statt. Im Elternrat werden Belange der Eltern vorgetragen und bearbeitet. Ständig nehmen Kollegen, als Bindeglied zur Schule, daran teil. Viele Eltern helfen uns an den sog. "Putz- und Arbeitstagen", organisieren Feste, übernehmen Aufgaben im Vorstand des Träger- und Fördervereins oder stellen sich zur Mitarbeit in einem der vielen Arbeitskreise zur Verfügung.



Der Freien Martinsschule ist ein kleiner, heilpädagogischer Kindergarten angegliedert.



Öffentlichkeitsarbeit


Die Freie Martinsschule nimmt regelmäßig teil an den Treffen:


  1. Verband für anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und soziale Arbeit
  2. Anthroposophische, heilpädagogischer Schulen
  3. Bund der Waldorfschulen, Landesarbeitsgemeinschaft Niedersachsen/Bremen
  4. Arbeitsgemeinschaft der Freien Schulen
  5. Förderschulen, Schwerpunkt Geistige Entwicklung, Region Hannover
  6. Bundeselternvereinigung
  7. Paritätischer Niedersachsen
  8. Gremium der Region Hannover (Kindergarten)

Freie Plätze im Kindergarten und in der Schule
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Freie Stellen
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Praktikum in der Freien Martinsschule
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